Was haben Lernen und Computerspielen gemeinsam?

Lernen und ComputerspielenBeides kann süchtig machen, beides füttert das Belohnungszentrum, beides kann das Gehirn fordern und verändert es!

Je nachdem, wie man das Gehirn benutzt, bildet es neue Strukturen aus und bahnt im Lauf der Zeit aus winzigen Trampelpfaden neuronale Schnellstraßen.

Wenn Gelerntes wiederholt wird und ins Langzeitgedächtnis übergeht, dann werden die oft genutzten Nervenzellen gestärkt und die Verbindungen zwischen den Zellen stabiler. Das gilt natürlich nicht nur für das Lernen in Schule oder Uni und für Computerspiele, sondern für alles, was das Gehirn tut. Jeder Gedanke, jeder „Eindruck“ prägt das Gehirn, jede Erfahrung verändert es, so dass jeder Mensch einen höchst individuellen Denkapparat besitzt.

Computerspielen fördert Orientierung…

Bei begeisterten Computerspielern verbessert sich die visuelle Aufmerksamkeit und die Orientierungsfähigkeit in der Umwelt. Ein bestimmter Bereich der Großhirnrinde wird leistungsfähiger, weil er an grauer Substanz zulegt. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass sich die Orientierungsfähigkeit von Computerspielern verlagert. Sie wird zwar stärker in der Großhirnrinde verarbeitet, dafür jedoch schwächer in Arealen im Hippocampus, die normalerweise bei Orientierung und Navigation beteiligt sind.

… und baut graue Substanz ab

Befürchtet wird, dass im Hippocampus durch das Computerspielen graue Substanz abgebaut wird. Das wiederum wäre keine gute Nachricht, denn der Verlust von grauer Substanz im Hippocampus ist ein typisches Symptom z. B. der  Alzheimerkrankheit. Außerdem ist der Hippocampus dafür zuständig, Inhalte vom Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis zu übertragen. Daher ist er bei Lernen ganz besonders wichtig!

Hier gibt es mehr Informationen dazu: http://www.spektrum.de/news/videospieler-trainieren-hirnbereiche-ungleichmaessig/1347393
Hier geht’s zur Studie (englisch): http://medicalxpress.com/news/2015-05-impact-video-gaming-brain.html

Leistungsfähigkeit des Gehirns

Ohne Langzeitstudien hat man darüber natürlich keine Gewissheit. Viele Faktoren wirken sich auf die Leistungsfähigkeit des Gehirns aus: Förderlich sind eine gesunde Ernährung und genügend Wasser, Sport und Entspannung. Viele Computerspieler entspannen sich beim Zocken und wie überall gilt auch hier: Die Dosis macht das Gift.

Pause nach dem Spielen

Aus meiner Sicht als Lerncoach kann ich übrigens empfehlen, nach einer Lernsequenz mindestens eine Stunde lang nicht Computer zu spielen. Wenn man sich mühevoll Vokabeln oder Lernstoff erarbeitet hat und sich dann sofort an den Computer setzt, dann wird das neu Gelernte überlagert. Besser ist es, sich nach dem Lernen mit Dingen zu beschäftigen, die nicht die volle Konzentration am Bildschirm erfordern.

Ganz ideal ist, kurz vor dem zu Bett gehen noch mal den gesamten gelernten Stoff im Schnelldurchgang zu wiederholen. Ein flottes Überfliegen reicht oft schon aus. Im Schlaf verarbeitet das Gehirn intensiv die letzten Eindrücke. Wenn man sich am Ende des Tages noch mal mit Vokabeln oder Geschichtsdaten beschäftigt hat, dann lernt man im Schlaf weiter und die Vokabeln bleiben besonders gut haften.

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