Ein chinesischer Kaiser hörte von einem großen Künstler, der sich auf Tuschezeichnungen verstand. Er ließ ihn vor seinem Thron erscheinen. „Zeichne mir einen Hahn“, sagte der Kaiser, „ich mag Hähne.“ Dies versprach der Künstler.

Nach drei Jahren erinnerte sich der Kaiser an den Künstler und fragte nach dem Hahn. Niemand wusste etwas darüber. Da stand der Kaiser von seinem Thron auf, und mit allen um ihn herum besuchte er den Künstler. Er wollte ihn zur Rechenschaft ziehen.

„Wo ist die Tuschezeichnung, die ich in Auftrag gab? Einen Hahn solltest du mir zeichnen, denn ich mag Hähne.“

Der Künstler nahm ein großes Blatt und zeichnete in wenigen Augenblicken einen wunderschönen Hahn. Der Kaiser war zufrieden. Über den Preis allerdings war er erschrocken. „In wenigen Augenblicken zeichnest du mühelos einen Hahn und willst so viel Geld haben?“

Da nahm ihn der Künstler mit und führte ihn durch sein Haus. In allen Räumen lagen große Papierstöße mit Zeichnungen und auf allen Blättern Hähne.

„Siehst du“, sagte der Künstler, „der Preis ist gerecht. Was dir so mühelos und einfach erscheint, das hat mich viel gekostet. Über drei Jahre habe ich gebraucht, um dir in wenigen Augenblicken diesen Hahn zu zeichnen.“

Quelle: http://www.maerchenerzaehlen.com/index.html, Alexandra Kampmeier


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